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Rohrleitungsplanung

Warum Rohrleitungsplanung?

Hier muss ich etwas ausholen. Die Rohrleitungsplanung ist ein Baustein des Anlagenbaus. Also die Planung von z.B. Produktionsanlagen, Kraftwerke, Raffinerien usw.

Der Anlagenbau setzt sich zusammen aus sechs Haupt Bausteine.

  • Vorplanung 
  • Verfahrensgrobplanung 
  • Verfahrensdetailplanung 
  • Anlagendetailplanung 
  • Montage
  • Inbetriebnahme.

Die Rohrleitungsplanung gehört in den Bereich Verfahrensdetailplanung und Anlagen- detailplanung.

In der Verfahrensdetailplanung werden hier im ersten Ansatz grobe Aufstellungspläne und Rohrleitungsstudien erstellt.

In der Anlagendetailplanung werden entsprechende Detailaufstellungen und Rohrleitungspläne mit allen zugehörigen Stücklisten und Spezifikationen usw. erstellt. Die Rohrleitungsplanung ist ein wesentlicher Baustein einer Produktionsanlage. Für die Detailplanung der Rohrleitungen ist eine wesentliche Führungsgröße das R&I-Fließbild.

Dieses Fließbild wurde in der Vorplanung aus einem Verfahrensfließbild, in dem alle beteiligten Verfahrensabschnitt dargestellt wurden, erstellt.

In diesem R&I- Fließbild sind auch alle Anschlüsse und Absperrungsorgane und Messinstrumente in den Rohrleitungssträngen dargestellt. Hieraus kann man dann eine qualifizierte Planung vornehmen.

Man sieht also das die Rohrleitungsplanung ein wichtiger Baustein im Anlagenbau ist und deshalb auch von qualifizierten Fachkräften und Experten vorgenommen wird. Diese Planung wird meistens von Ingenieuren, Technikern oder Konstrukteuren in entsprechenden Ingenieurbüros, Planungsbüros oder Konstruktionsbüros vorgenommen. Bei größeren Industrieanlagen werden diese auch in eigenen Planungsabteilungen erstellt.

 

6 Schritte bei der Rohrleitungsplanung

1. zunächst haben wir hier die Festlegung der Einstufung von Rohrleitungen.

2. Erstellen und Anfertigen von Isometrien.

3. Anfertigen der Berechnungen bzw Spannungsanalysen

4. Überprüfung der Halterungen und Lagerarten im Rohrleitungssystem

5. Anfertigen der zugehörigen Stahlbau Unterstützungen

6. Betrachtung von Besonderheiten

Gehen wir nun die einzelnen sechs Schritte mal durch:

zu1.  

was heißt nun Einstufung von Rohrleitungen. Hier meinen wir die anlagenbezogenen Eigenschaften. Dazu gehören die Betriebsbedingungen der Aufstellungsort und die Rohrleitungsklassifikation.

zu2.

nun kommen wir zu dem Punkt dem Erstellen von Isometrien. Die Rohrleitungsisometrien werden aufgrund der vorher erstellten Rohrleitungsplanung im Aufstellungsplan einer Produktionsanlage angefertigt. Eine Rohrleitungsisometrie wird benötigt um die entsprechenden Rohrleitungen anzufertigen und zu montieren.

Wir unterscheiden hier von CAD erstellten Isometrien und von Handisometrien. Handisometrien sind Aufzeichnungen die vor Ort in der Produktionsanlage durch entsprechendem Fachpersonal ausgemessen und aufgezeichnet werden.

zu3.

für diese einzelnen Rohrleitungen oder Rohrleitungssysteme werden Festigkeitsberechnungen bzw. Spannungsanalysen erstellt wenn es sich um abnahmepflichtige Rohrleitungen handelt. Die Spannungsanalysen werden insbesondere dann vorgenommen wenn wir z.B hohe Temperaturen in den Rohrleitungen haben. Bei hohen Temperaturen findet eine entsprechende Längenausdehnung der Rohrleitungen statt welche erhebliche Auswirkungen auf den Anlagenbetrieb haben kann.

zu4.

bei der Planung der Rohrleitungssysteme (Neubau) oder bei Erweiterung von bestehenden Anlagen ist es zwingend notwendig die örtlichen Möglichkeiten für eine Rohrleitungshalterung und oder Unterstützung anzugeben. Diese Positionen werden in den Festigkeitsberechnungen übernommen und hier dann die Art und Lage der Halterung festgelegt.

zu5.

um nun eine Rohrleitungshalterung befestigen zu können ist es notwendig entsprechende Unterstützungskonstruktionen zu erstellen. Diese Konstruktionen nennt man auch Sekundär-Stahlbau wobei das Hauptgerüst eines Produktionsbetriebes als Primär- Stahlbau bezeichnet wird.

zu6.

bei der Betrachtung und Auslegung von Rohrleitungen oder Rohrleitungssysteme können schon mal Besonderheiten auftreten. Das können zum Beispiel der Einbau von besonderen Armaturen, spezielle Anbindung an Behälter und Apparate, den Einbau von Kompensationen usw. sein.

Im weiteren Verlauf dieses Ratgebers werde ich die einzelnen Schritte näher beleuchten und auch weitere Tipps geben.

Wie läuft also so eine Rohrleitungsplanung oder Konstruktion eigentlich ab.

Hierzu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen:

ich erhalte einen Anruf von einem Projektleiter eines unserer Kunden und der fragt nach hallo Udo (wir kennen uns schon länger) wann kannst du mal vorbeikommen wir haben hier mal wieder etwas zu berechnen bzw. zu diskutieren für einer Erweiterung einer vorhandenen Produktionsanlage. Wir erstellen einen gemeinsamen Termin und treffen uns vor Ort in der Anlage.

Kurz vor dem Termin schicke ich unsere digitale Checkliste zu so daß der Projektleiter sich schon mal auf meine Fragen einstellen kann und die angeforderten oder notwendigen Unterlagen zusammenstellt. Wir treffen uns also nun vor Ort in der Produktionsanlage natürlich ausgestattet mit entsprechenden Sicherheitsschuhen Schutzhelm und Schutzbrille und ich lasse mir nun die Neukonstruktion oder Änderungswünsche zeigen bzw. erklären. Hierbei kann ich dann schon vor Ort Fragen stellen und Vorgaben tätigen worauf man noch zusätzlich achten sollte.

 Sei es bei der Anbindung eines vorhandenen Produktionsbehälter oder verfahrenstechnischen Apparates, bei den Positionen für die Unterstützung der Halterung und welche Punkte ich von der bisherigen Rohrleitungsführung dringend haben muss. Diese Vorgehensweise der vor Ort Kontrolle in Verbindung mit unserer Checkliste ist aus unserer Sicht notwendig um möglichst genau und qualifiziert Informationen zu erhalten welche wir für z.B. für eine  Festigkeitsberechnung dringend benötigen.

So oder so ähnlich läuft also bei uns ein Kundengespräch respektive eine Aufgabenstellung ab.

Die Checkliste können Sie sich neben diesem Artikel herunterladen.

Checkliste

Ablaufplan